YouTube begleitet viele Menschen täglich, sei es zum Lernen, zur Unterhaltung oder als Hintergrundbeschallung beim Kochen oder Sport. Spätestens wenn zwischen jedem zweiten Video Werbung aufploppt, taucht die Frage auf, ob sich das Bezahlabo lohnt. Um das einzuschätzen, hilft ein nüchterner Blick auf Leistungen, Kosten und sinnvolle Alternativen.
Leistungen von YouTube Premium im Überblick
Das Abo-Paket besteht aus mehreren Bausteinen, die zusammen das Nutzungserlebnis verändern. Die Wirkung hängt stark davon ab, wie intensiv und auf welchen Geräten YouTube verwendet wird.
Werbefreie Videos
Der offensichtlichste Unterschied ist der Wegfall der Werbeeinblendungen vor und während der Videos. Auch Banneranzeigen im Player und auf der Wiedergabeseite entfallen im Rahmen des Abos.
Davon profitieren vor allem Nutzerinnen und Nutzer, die:
- täglich viele einzelne Clips schauen, etwa Nachrichten, Musikvideos und Tutorials gemischt,
- häufig auf Smart-TV, Fire TV, Apple TV oder Konsolen streamen,
- in Situationen schauen, in denen Unterbrechungen stark stören, etwa beim Sport oder beim Kochen mit Rezeptvideos.
Wiedergabe im Hintergrund
Mit dem Abo laufen Videos auf dem Smartphone weiter, auch wenn der Bildschirm gesperrt oder eine andere App geöffnet ist. Das gilt auch für die reine Audiowiedergabe.
Das ist vor allem dann nützlich, wenn YouTube als Ersatz für Podcasts, Interviews oder Musikplayer dient. Ohne Abo stoppt die Wiedergabe, sobald der Bildschirm ausgeht oder die App verlassen wird.
Downloads für Offline-Nutzung
Premium-Nutzer dürfen Videos und Playlists offline speichern. Die Dateien landen verschlüsselt in der App und stehen im Zug, im Flugzeug oder in Gegenden mit schwachem Empfang zur Verfügung.
Gerade für längere Bahnfahrten, Urlaube mit begrenztem Datenvolumen oder Arbeitswege in Funklöchern lässt sich damit viel mobiles Datenvolumen einsparen. Die Auswahl an Kanälen ist nicht eingeschränkt, solange der Kanal das Herunterladen nicht selbst deaktiviert hat.
YouTube Music Premium inklusive
Im Abopreis enthalten ist der Premiumzugang zu YouTube Music. Damit entfällt Werbung, Titel lassen sich überspringen, im Hintergrund abspielen und offline speichern. Das Angebot umfasst Millionen Songs, Playlists und Radiosender, ergänzt um Remixe, Live-Mitschnitte und Fan-Versionen, die oft nur auf YouTube existieren.
Wer bisher einen separaten Musikstreaming-Dienst abonniert hat, kann die Kosten miteinander verrechnen und dadurch den gefühlten Preis von YouTube Premium senken.
Zusatzfunktionen und kleinere Komfortvorteile
Je nach Region kommen gelegentlich Zusatzfunktionen hinzu, etwa bessere Bild-in-Bild-Unterstützung auf dem Smartphone oder experimentelle Funktionen. Diese Dreingaben sind nett, sollten aber bei der Entscheidung nicht die Hauptrolle spielen, da sie sich im Laufe der Zeit ändern können.
Preisstruktur: Einzel-, Familien- und Studierendentarife
Die genauen Preise variieren je nach Land, Promotionsaktionen und gelegentlichen Anpassungen. Der grobe Rahmen lässt sich jedoch vergleichen.
Einzelabo
Das Standardabo richtet sich an eine Person und kann auf allen eigenen Geräten genutzt werden. Das ist die einfachste Option für alle, die allein leben oder YouTube im Haushalt nicht teilen möchten.
Familienabo
Das Familienabo erlaubt die gemeinsame Nutzung durch mehrere Personen, in der Regel bis zu sechs Mitglieder in einem Haushalt. Jedes Mitglied erhält sein eigenes Konto mit persönlicher Startseite, eigenen Empfehlungen und individuellen Playlists.
Teilen sich mehrere aktive Zuschauerinnen und Zuschauer die Kosten, sinkt der Betrag pro Person oft deutlich unter das Einzelabo. Familien, WGs oder Paare mit getrennten Accounts profitieren davon, wenn alle regelmäßig YouTube und YouTube Music nutzen.
Tarif für Studierende
Studierende können in manchen Ländern zu einem deutlich reduzierten Preis abonnieren, müssen dafür jedoch regelmäßig ihren Status nachweisen. Wer wirklich eingeschrieben ist und YouTube intensiv verwendet, erhält hier meist das beste Verhältnis aus Leistung und Kosten.
Vergleich mit den typischen Kosten anderer Streamingdienste
Zur Einordnung des Preises lohnt ein Blick auf andere Aboangebote, die ein ähnliches Budget beanspruchen.
- Klassische Musikstreaming-Dienste bewegen sich beim Standardabo meist im selben Preisbereich wie YouTube Premium.
- Videostreaming-Plattformen mit Filmen und Serien liegen teilweise etwas höher, bieten dafür aber professionelle Produktionen statt nutzergenerierte Inhalte.
- Cloud-Gaming-, Hörbuch- oder E-Book-Abos konkurrieren ebenfalls um das gleiche monatliche Budget, bedienen aber andere Bedürfnisse.
Rechnet man YouTube Premium inklusive YouTube Music gegen ein separates Musikabo auf, reduziert sich der Mehrpreis auf den Teil, der für Werbefreiheit, Hintergrundwiedergabe und Downloads auf der Videoplattform gezahlt wird. Wer bisher ohnehin Geld für Musikstreaming ausgibt, hat dadurch einen deutlich geringeren Aufpreis als jemand, der bisher alles kostenlos genutzt hat.
Für wen sich das Abo besonders lohnt
Ob der Preis angemessen wirkt, hängt stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Einige typische Nutzungsprofile helfen bei der Einschätzung.
Menschen, die täglich viele Videos schauen
Wer mehrere Stunden am Tag auf YouTube verbringt, etwa zum Lernen, für Nachrichten, Gaming-Streams oder lange Talks, spürt den Unterschied am deutlichsten. Jede entfallene Werbeunterbrechung spart Zeit und Nerven, vor allem bei längeren Inhalten mit mehreren Einblendungen.
Hinzu kommt eine flüssigere Nutzung: Videos lassen sich problemlos anhalten, fortsetzen, wechseln oder auf verschiedenen Geräten starten, ohne ständig Werbeblöcke in Kauf nehmen zu müssen.
Vielfahrer, Pendlerinnen und Reisende
Downloads und Hintergrundwiedergabe entfalten ihren Nutzen besonders unterwegs. Wer lange Bahnfahrten, häufige Busstrecken oder tägliche Pendelwege hat, kann sich Interviews, Dokus oder Musik vorab speichern und unterwegs ohne Datenverbrauch anhören oder ansehen.
Die Möglichkeit, die Wiedergabe zu sperren und nur den Ton zu nutzen, macht das Smartphone unterwegs auch mit YouTube als Audioplattform deutlich alltagstauglicher.
Haushalte mit mehreren aktiven Zuschauern
In Familien oder Wohngemeinschaften summiert sich die Nutzung schnell. Wenn mehrere Personen täglich auf Smart-TV, Tablets und Laptops schauen, vervielfacht sich die Zeit, in der ohne Abo Werbespots laufen würden.
Teilen sich dann mehrere Personen ein Familienabo, relativiert sich der Preis, weil die Kosten auf verschiedene Nutzerinnen und Nutzer verteilt werden und jede Person vom werbefreien Erlebnis und YouTube Music profitiert.
Creator-Fans und intensive Musiknutzung über YouTube
Wer vielen Kanälen folgt, häufig Live-Streams ansieht und Playlists aus Musikvideos oder Live-Sessions nutzt, schöpft sowohl den Video- als auch den Musikteil des Abos gut aus. Hier ersetzt YouTube Music oft einen klassischen Musikdienst, während die Videofunktionen das Gesamtpaket abrunden.
Wann kostenlose Alternativen oftmals genügen
Nicht jeder braucht ein Abo, selbst bei täglicher YouTube-Nutzung. In vielen Fällen reicht eine Kombination aus Einstellungen, Gewohnheitsänderungen und kostenlosen Diensten aus.
Werbung mit Browsererweiterungen begrenzen
Auf Desktop-Rechnern nutzen viele Menschen Werbeblocker, die Einblendungen im Browser unterdrücken. Das nimmt einen wichtigen Vorteil von YouTube Premium vorweg, funktioniert aber nicht immer zuverlässig, weil Plattformen technische Gegenmaßnahmen einsetzen können.
Auf Smart-TVs, Konsolen und vielen Apps lassen sich solche Erweiterungen außerdem nicht ohne Umwege nutzen, sodass der Effekt auf diese Geräte beschränkt bleibt.
Separate Musikdienste verwenden
Wer Musik vor allem über Spotify, Apple Music, Deezer oder ähnliche Anbieter hört und mit deren Funktionsumfang zufrieden ist, hat mit YouTube Music keinen zusätzlichen Mehrwert. Wenn YouTube selbst nur gelegentlich genutzt wird, etwa für ein Erklärvideo pro Woche, erscheint das Premiumabo in diesem Fall weniger attraktiv.
Gelegentliche Nutzung im Browser oder auf dem TV
Wird YouTube nur hin und wieder für einzelne Anleitungen oder Nachrichtenclips verwendet, fällt die Werbung zwar auf, nimmt aber vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch. In solchen Fällen wirkt das Abo wie ein Luxus, der selten voll genutzt wird.
Messbare Kriterien zur eigenen Entscheidungsfindung
Eine rationale Entscheidung fällt leichter, wenn sie auf Zahlen und klaren Beobachtungen basiert. Mit einigen simplen Schritten lässt sich schnell herausfinden, ob das eigene Nutzungsverhalten zu einem Bezahlabo passt.
Eigene Nutzung realistisch einschätzen
Eine einfache Vorgehensweise hilft bei der Einordnung:
- In den YouTube-Statistiken oder in der App nachsehen, wie viele Stunden pro Woche durchschnittlich geschaut werden.
- Eine Woche lang bewusst beobachten, wie oft Werbeunterbrechungen als störend empfunden werden.
- Notieren, auf welchen Geräten YouTube hauptsächlich läuft, etwa Smartphone, Smart-TV, Laptop oder Tablet.
- Überlegen, wie häufig unterwegs Inhalte gestreamt werden und ob dabei regelmäßig mobiles Datenvolumen knapp wird.
- Bestehende Musikabos auflisten und prüfen, ob YouTube Music diese ersetzen oder sinnvoll ergänzen könnte.
Am Ende dieser kurzen Bestandsaufnahme ergibt sich ein recht klares Bild, ob die kostenpflichtigen Zusatzfunktionen häufig genutzt würden oder nur selten zum Einsatz kämen.
Zeitersparnis durch weniger Werbung abschätzen
Um die Werbezeit grob zu berechnen, reicht ein einfaches Rechenbeispiel. Enthält jedes zweite Video im Schnitt zwei Werbespots von jeweils 15 bis 30 Sekunden, summieren sich bei 20 Clips am Tag schnell einige Minuten. Auf einen Monat hochgerechnet ergibt sich oft eine erstaunlich große Summe, die sich mit dem Preis vergleichen lässt.
Manche Nutzerinnen und Nutzer kommen auf eine Stunde oder mehr eingesparte Werbezeit im Monat, wenn sie viel sehen. Andere erreichen nur wenige Minuten. Dieser Vergleich schafft Klarheit, ob der Preis in einem sinnvollen Verhältnis zum Zeitgewinn steht.
Datenvolumen und Offline-Funktion berücksichtigen
Wer unterwegs regelmäßig in die Drosselung gerät oder zusätzliches Datenvolumen nachbucht, sollte diese Kosten beim Vergleich unbedingt mitberücksichtigen. Downloads über WLAN vor einer Reise oder dem Arbeitsweg können mobile Datenkosten spürbar senken.
In einigen Tarifen lassen sich dadurch Zusatzpakete oder teurere Mobilfunktarife vermeiden, was den finanziellen Abstand zwischen kostenloser Nutzung und Bezahlabo weiter schrumpfen lässt.
Einordnung im Vergleich zu einem klassischen Musikabo
Da YouTube Music Premium enthalten ist, lohnt sich ein direkter Vergleich mit eigenständigen Musikdiensten. Inhaltlich gibt es deutliche Überschneidungen, aber auch Unterschiede.
Songauswahl und Bedienung
Die meisten großen Musikdienste bieten in etwa ähnliche Kataloggrößen und vergleichbare Komfortfunktionen wie kuratierte Playlists, personalisierte Empfehlungen und Radiosender um einzelne Songs oder Künstler. YouTube Music ergänzt dies um viele Live-Versionen, Remixe und Fan-Cover, die oft nur dort verfügbar sind.
Die Bedienung unterscheidet sich leicht: Während reine Musik-Apps meist auf Alben und diskografische Übersicht optimiert sind, verbindet YouTube Music stärker Videos, Playlists und Community-Inhalte. Wer vor allem Alben am Stück hört, fühlt sich bei klassischen Diensten manchmal besser aufgehoben, während Fans von Videos, Live-Sessions und Playlists auf YouTube Music ihren Schwerpunkt finden.
Preis-Leistungs-Abwägung
Wer bisher einen separaten Musikdienst bezahlt, sollte die Kosten direkt in die Rechnung einbeziehen. Wird das Abo gewechselt und stattdessen YouTube Music genutzt, bleibt oft ein Betrag übrig, der als effektiver Preis für Werbefreiheit und Komfortfunktionen auf dem Videodienst betrachtet werden kann.
Bleibt es hingegen bei zwei parallelen Musikabos, steigt die monatliche Belastung deutlich an, ohne dass die Zusatzfunktionen im Alltag wirklich gebraucht werden.
Typische Nutzungsszenarien im Alltag
Ein Blick auf verschiedene Alltagssituationen macht greifbarer, wann das Abo seine Stärken ausspielt und wann nicht.
Haushalt mit Smart-TV und mehreren Geräten
In einem Haushalt, in dem YouTube auf dem Smart-TV im Wohnzimmer, auf Tablets in Kinderzimmern und auf Laptops genutzt wird, laufen häufig parallel Inhalte. Kochvideos, Hausaufgabenhilfen, Musik im Hintergrund und Gaming-Clips am Abend erzeugen viel Streamingzeit.
Das Familienabo kann hier mehrere Probleme gleichzeitig lösen: Der Fernsehabend wird nicht durch Werbeblöcke zerrissen, Kinder werden weniger mit Anzeigen konfrontiert, und alle profitieren vom Zugang zu YouTube Music auf ihren jeweiligen Geräten.
Studierende mit knappem Budget
Studierende, die viele Lerninhalte, Vorlesungsaufzeichnungen, Erklärvideos und Musik zum Konzentrieren nutzen, verbringen oft viele Stunden auf YouTube. Gleichzeitig ist das Budget begrenzt, und jeder zusätzliche Euro will gut überlegt sein.
Mit dem vergünstigten Studierendentarif ist die Hürde deutlich geringer. Fällt gleichzeitig ein anderes Musikabo weg, sinkt die reale Mehrbelastung noch weiter. Wer allerdings nur gelegentlich auf der Plattform lernt und Musik überwiegend über andere Dienste hört, lässt das Abo besser links liegen.
Gelegenheitsnutzer mit Fokus auf Serien und Filme anderer Dienste
Menschen, die abends hauptsächlich Serien auf Netflix, Disney+, Amazon Prime Video oder ähnlichen Diensten sehen und YouTube nur für kurze Clips nutzen, erzielen mit einem weiteren Abo oft wenig zusätzlichen Nutzen.
Hier bleibt die Videoplattform Begleitmedium für einzelne Anleitungen, Trailer oder kurze Comedy-Videos. Die Werbezeit bleibt überschaubar, und der Vorteil der Hintergrundwiedergabe fällt kaum ins Gewicht.
Praxisnahe Schritte vor einer Entscheidung
Bevor dauerhaft gezahlt wird, hilft ein geordneter Ablauf, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.
Testphase bewusst nutzen
Viele Nutzerinnen und Nutzer starten mit einer kostenlosen Probephase. Diese Zeit sollte gezielt verwendet werden, statt das Abo einfach im Hintergrund mitlaufen zu lassen.
- In der Testzeit möglichst so streamen, wie im Alltag üblich, nicht mehr und nicht weniger.
- Bewusst wahrnehmen, wie sich das Schauen ohne Werbung anfühlt und ob es als echter Gewinn erlebt wird.
- Die Hintergrundwiedergabe beim Sport, beim Putzen oder unterwegs ausprobieren und prüfen, wie oft sie tatsächlich genutzt wird.
- Downloads einrichten und beobachten, ob sich dadurch das Datenvolumen messbar schont.
- YouTube Music testen und entscheiden, ob ein bestehender Musikdienst realistisch ersetzt werden kann.
Nach der Testphase nüchtern Bilanz ziehen
Zum Ende der Testzeit sollte bewusst entschieden werden, ob das Abo bleibt oder endet. Dabei hilft es, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie viele Stunden wurden monatlich auf YouTube verbracht, und wie hat sich das Nutzungserlebnis verändert?
- Wurde YouTube Music regelmäßig verwendet oder blieb die App weitgehend ungenutzt?
- Gab es Situationen, in denen Downloads oder Hintergrundwiedergabe spürbar Vorteile boten?
- Wie hoch fällt der effektive Preis aus, wenn ein eventuell gekündigter Musikdienst gegengerechnet wird?
- Würde bei einer Rückkehr zur kostenlosen Version etwas wirklich Wesentliches fehlen?
Die Antworten liefern ein klares Bild, ob der monatliche Betrag dauerhaft in einem sinnvollen Verhältnis zum persönlichen Nutzen steht.
Finanzielle Prioritäten nicht aus den Augen verlieren
Bei allen Komfortgewinnen bleibt ein Abo immer eine wiederkehrende Ausgabe. Wer mehrere Streamingdienste parallel nutzt, sollte regelmäßig prüfen, ob alle Angebote tatsächlich gebraucht werden oder sich Gewohnheiten eingeschlichen haben, die jeden Monat Geld binden.
Gerade bei begrenztem Einkommen lohnt es sich, die eigenen Abos einmal im Jahr durchzugehen und jeden Dienst mit der Frage zu konfrontieren, ob er im Alltag noch oft genug zum Einsatz kommt. YouTube Premium sollte in dieser Liste denselben kritischen Blick erhalten wie andere Anbieter.
Häufig gestellte Fragen rund um das YouTube-Premium-Abo
Lohnt sich YouTube Premium eher für Videos oder eher für Musik?
Der größte Vorteil für Videos liegt in der Werbefreiheit, der Hintergrundwiedergabe und der Downloadfunktion, während für Musik vor allem der Zugriff auf YouTube Music Premium zählt. Wer viel Musik hört und zugleich oft Videos auf dem Smartphone oder Tablet nutzt, schöpft den doppelten Nutzen aus dem Abo und verbessert damit das eigene Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich.
Wie stark spart YouTube Premium im Vergleich zur Werbefinanzierung Zeit ein?
Wer täglich viele Clips ansieht, spart durch den Wegfall der Spots schnell mehrere Minuten pro Tag, was sich über Wochen und Monate zu vielen zusätzlichen Stunden summiert. Diese Zeitersparnis hat zwar keinen direkten Geldwert, erhöht aber den Komfort erheblich und kann für viele einen wesentlichen Teil des Gegenwerts der Gebühren darstellen.
Ist das Familienabo wirklich günstiger als mehrere Einzelabos?
Ein Familienabo kostet zwar mehr als ein Einzelzugang, doch auf jede teilnehmende Person umgelegt sinken die Kosten pro Kopf meist deutlich. Sobald drei oder mehr Personen das Angebot aktiv nutzen, ergibt sich in der Regel ein spürbar besserer Gegenwert im Vergleich zu mehreren getrennten Abos.
Wie wirkt sich YouTube Premium auf Creator und Kanäle aus?
Bei Premium-Accounts erhalten Creator Einnahmen über die Nutzungszeit ihrer Videos, auch wenn keine Anzeigen eingeblendet werden. Aus Zuschauersicht bedeutet dies, dass die favorisierten Kanäle weiterhin unterstützt werden, obwohl keine klassische Werbung mehr erscheint.
Spürt man den Unterschied auf Smart-TVs und Konsolen genauso wie auf dem Smartphone?
Auf großen Bildschirmen fällt die werbefreie Nutzung besonders auf, weil Unterbrechungen im Wohnzimmer oder beim gemeinsamen Schauen als besonders störend wahrgenommen werden. Auf dem Smartphone machen sich Hintergrundwiedergabe und Downloads zusätzlich bemerkbar, sodass sich dort oft der umfassendste Mehrwert ergibt.
Wie oft sollte man die eigene Nutzung prüfen, um das Abo zu rechtfertigen?
Es ist sinnvoll, alle paar Monate einen kurzen Blick auf die eigenen Sehgewohnheiten zu werfen und zu prüfen, ob Videos, Musik und Downloads noch in ähnlichem Umfang genutzt werden. Wer feststellt, dass sich die Nutzung stark verschoben hat, kann den Tarif anpassen, pausieren oder kündigen und so den finanziellen Aufwand besser steuern.
Welche Rolle spielt YouTube Music im Vergleich zu eigenständigen Musikdiensten?
Für Menschen, die bereits tief in Playlisten und Empfehlungen anderer Plattformen eingebunden sind, kann der Umstieg auf YouTube Music zusätzlichen Aufwand bedeuten. Wer jedoch häufig Musikvideos hört, Live-Mitschnitte schätzt und ohnehin viel Zeit in der YouTube-Welt verbringt, erhält mit YouTube Music einen gut integrierten Baustein im Gesamtpaket.
Ist YouTube Premium auch für sehr sporadische Nutzerinnen und Nutzer geeignet?
Wer nur gelegentlich einzelne Clips aufruft oder hauptsächlich über den Fernseher in gemeinschaftlichen Situationen schaut, schöpft die enthaltenen Vorteile meist nur teilweise aus. In solchen Fällen kann ein kostenloser Zugang mit gelegentiger Werbung aus Kostensicht meist besser passen als ein dauerhaftes Abo.
Wie kann man vor einer Entscheidung möglichst nüchtern beurteilen, ob die Kosten gerechtfertigt sind?
Hilfreich ist es, die eigenen Seh- und Hörminuten auf mehrere Tage zu protokollieren und mit einem persönlichen Stundenlohn oder Freizeitwert zu verknüpfen. Wer dann feststellt, dass Werbeunterbrechungen oder fehlende Offline-Funktionen den Alltag stark bremsen, erkennt den finanziellen Gegenwert wesentlich klarer.
Was passiert mit bereits geladenen Offline-Inhalten nach einer Kündigung?
Nach dem Ende des Abos bleiben lokal gespeicherte Videos oder Songs zwar noch sichtbar, sie lassen sich jedoch in der Regel nicht mehr abspielen. Wer viele Inhalte heruntergeladen hat, sollte daher den Kündigungstermin im Blick behalten und rechtzeitig entscheiden, ob die Offline-Nutzung weiterhin wichtig bleibt.
Gibt es Unterschiede bei der Wahrnehmung des Mehrwerts je nach Gerätetyp?
Auf Smartphones und Tablets sind die Effekte durch Hintergrundwiedergabe, Bild-in-Bild und Downloads besonders deutlich spürbar, weil man diese Geräte unterwegs und in wechselnden Situationen nutzt. Auf Laptops und TVs spielt hingegen die werbefreie Länge von Sessions eine größere Rolle, etwa beim Binge-Watching oder beim Lernen mit vielen Tutorials hintereinander.
Kann man Funktionen testen, ohne sich langfristig zu binden?
Testphasen oder Aktionsangebote bieten eine Möglichkeit, alle Funktionen im Alltag auszuprobieren, bevor ein dauerhafter Betrag anfällt. Wer diese Zeit bewusst nutzt und auf eigene Routinen achtet, kann am Ende der Probephase wesentlich fundierter entscheiden, ob der persönliche Gegenwert stimmt.
Fazit
Ob sich das Bezahlangebot von YouTube rechnet, hängt stark davon ab, wie intensiv Videos und Musik genutzt werden und wie wichtig Werbefreiheit, Hintergrundwiedergabe und Downloads sind. Wer täglich viel über YouTube konsumiert oder den Dienst gleich für mehrere Personen im Haushalt einsetzt, erhält meist einen soliden Gegenwert. Bei sporadischer Nutzung oder klar getrennten Musik- und Videogewohnheiten sollten dagegen kostenlose Optionen und Alternativdienste sorgfältig gegenübergestellt werden.